Botschaft ist Trumpf!

— Autor: Ellen Hermens

Es gibt Redner, die ihre Reden halten, nur um sich selbst zu hören. Oder schlimmer: Redner, die ihren Vortrag als Therapieersatz ausnutzen, ihre persönliche Geschichte zu verarbeiten.

Redner mit MegafonDavon profitiert nur der Redner – das Publikum wird im besten Fall unterhalten, ohne Substanz. Im schlimmsten Fall selbst in eine betroffene Stimmung geführt oder gar verängstigt.

Als Redner stehen wir in der Verantwortung, was wir unserem Publikum mitgeben. Wir stehen in der Verantwortung, das Publikum zu unterhalten und sich gut fühlen zu lassen.

Eine Rede ohne Ziel

Am Wochenende habe ich wieder einige hervorragende Reden gesehen, die im Wettbewerb der Schweizer Toastmasters-Division-Konferenz zum besten gegeben wurden. Wow. Ich bin immer noch sehr beeindruckt.

Die Gewinner-Reden waren allesamt inspirierend und eindringlich. Sie hatten ganz klare Botschaften: Der Sieger war John Zimmer mit seiner Rede zum Thema Redner-Verantwortung. Er führte eindrucksvoll vor Augen, was ein paar kleine Worte bewirken können – zum Beispiel das Dankeschön in der Muttersprache des Landes, das Sie besuchen.

Die anderen Reden besaßen ebenfalls eine gute Qualität und doch gab es einige, die keine klare Botschaft hatten. Ich beobachte immer wieder, dass Redner, die die Geschichten, die sie für sich noch nicht bewältigt und verarbeitet haben, das Ziel aus den Augen verlieren. Sie reden über ihre Gefühle und führen auch das Publikum hinein – vermissen es jedoch, sie wieder hinaus zu führen. So etwas passiert oft, wenn der Redner im Vorfeld nicht genau definiert hat, was er mit dem Vortrag erreichen möchte.

Die Botschaft

Als Redner haben Sie fast immer eine Absicht, die Sie verfolgen. Sei es zu informieren, zu überzeugen oder auch „nur“ zu unterhalten. Überlegen Sie sich Ihre Botschaft: Was genau möchten Sie mitteilen?

Vor kurzem hatte ich die Aufgabe, um 16:25 Uhr nach bereits 6 Stunden Programm einen Fachvortrag zu halten. Selbstverständlich hatte ich mir mein Ziel formuliert. Jedoch haben Zeitpunkt im Programm für mich noch ein zusätzliches Ziel hinzugefügt: die Energie wieder aufzurichten. Nach 6 Stunden Programm ist die Aufmerksamkeit deutlich gesunken und ein rein vortragender Stil wirkt dabei dann schnell langweilig. Also habe ich interaktive Elemente eingebaut, um das Publikum wieder aufzuwecken und zu beleben.

Ich messe mittlerweile oft den Erfolg meiner Vorträge daran, wie viele Menschen hinterher zu mir kommen und inspiriert sind oder mir erzählen, welche Erkenntnisse und Impulse sie mit nach Hause nehmen.

Der Tipp mit der Visitenkarte

Wenn Sie Ihren nächsten Vortrag vorbereiten, nehmen Sie sich eine Visitenkarte – drehen Sie sie um und schreiben Sie auf die Rückseite in einem Satz auf, welche Botschaft Sie mit Ihrer Präsentation mitteilen möchten.

Das ist Ihre Botschaft und teilen Sie sie Ihrem Publikum mit. Ich habe letztes Wochenende ein Feedback zu einer Rede gehört: von Lesley Stevenson, Coach und Rednerin. Sie sagte dem Redner, dass ihr die Botschaft, das Ziel der Rede fehlte. Es fühlte sich an, als ob sie in den Flieger nach England steige, dann aber in Richtung Mexiko geflogen würde und erst im weiteren Verlauf abgedreht, um doch nach England zu fliegen. Eindrucksvoll und klar.

Für uns als Redner essentiell: wenn wir schon nicht wissen, wohin die Reise geht, wie soll unser Publikum uns dann folgen können?

Die Botschaft macht den Unterschied

Egal, welche allgemeine Absicht Sie mit hrem Vortrag verfolgen (informieren, überzeugen, unterhalten), wenn Sie Ihre Botschaft klar vor Augen haben, dann führen Sie Ihr Publikum dorthin.

Viel Spaß bei Ihrer nächsten Rede.

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Eine Antwort zu “Botschaft ist Trumpf!”

  1. Klaus Krebs sagt:

    Damit liegen Sie sogar auf dem aktuellen Google Trend: Content is King. Und mit diesem „rhetorischen Stilmittel“ erreicht man sogar weltweit Aufmerksamkeit – sogar im Internet.

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